Energie-Navigator 3-2016

Editorial

Michael Geißler

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

vor wenigen Jahren noch wurde es von so manchem Energieversorger belächelt, jetzt ist das Modell in aller Munde: Mieterstrom. Dezentral erzeugter Strom dezentral vor Ort vermarket - darin liegt eine Chance, dass mehr Menschen am Klimaschutz partizipieren als bisher. Mieterstrom ist einer von vielen Bausteinen einer erfolgreichen Energiewende in Großstädten wie Berlin.

Doch leider sind die Rahmenbedingungen noch nicht so, wie sie sein sollten. So müssen Mieterstromkunden die volle EEG-Umlage selbst auf die Strommenge bezahlen, die bei ihnen auf dem Dach durch eine Photovoltaikanlage erzeugt und ohne Nutzung eines öffentlichen Verteilnetzes vor Ort verbraucht wird. Bei Eigenheimbesitzern, die ebenfalls selbst erzeugten PV-Strom nutzen, fällt diese Umlage nicht an.

Im Schulterschluss mit anderen Bundesländern will Berlin diese Ungleichbehandlung ändern. Mieterstrom soll zumindest teilweise von der EEG-Umlage befreit und eine entsprechende Verordnung des Bundeswirtschaftsministeriums zur EEG-Novelle schnell umgesetzt werden. Zwar stehen der Errichtung einer Solaranlage oftmals ganz praktische Hindernisse wie mangelnde Statik oder Verschattung entgegen. Aber mehr Mieter als bisher könnten von preisgünstigem, dezentral und umweltfreundlich erzeugtem Strom profitieren, wenn die neue Regelung kommt. Die Marktentwicklung von PV-Mieterstromprojekten käme ein gutes Stück voran.

Erfahren Sie mehr zu diesen und weiteren Themen rund um Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Klimaschutz in Berlin - und in unserer Partnerstadt Mexiko City.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

unterschrift

Michael Geißler, Geschäftsführer

News

Veranstaltungen

Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft - Energiemanagement im Smart-Building
Datum der Veranstaltung:
8. September 2016 - 10:00 - 14:00

Die intelligente, digitalisierte Stadt nimmt Gestalt an. In dem Verbundforschungsvorhaben ProSHAPE untersucht die Berliner Energieagentur (BEA) zusammen mit sechs weiteren Projektpartnern unter realen Anwendungsbedingungen, wie eine verbrauchs- und kostenoptimierte Energieversorgung mithilfe eines dezentralen Energiemanagements gelingen kann.

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KWK und Energiewende: Synergie oder Widerspruch?
Datum der Veranstaltung:
7. September 2016 - 14:00 - 18:00

In Kooperation mit der Kanzlei Becker Büttner Held lädt der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) e. V. auch in diesem Jahr wieder herzlich nach Berlin ein zu der Veranstaltung KWK konkret 2016:

KWK und Energiewende: Synergie oder Widerspruch?

Der im zweiten Halbjahr 2016 zu erwartende positive Notifizierungsbescheid der EU-Kommission gibt Anlass genug, über bereits gewonnene Erfahrungen mit dem novellierten KWKG zu berichten und Perspektiven zur Weiterentwicklung zu diskutieren.

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