Taiwans Energiewende nach deutschem Vorbild

Berlin
13. April 2017

BEA-Geschäftsführer Michael Geißler hat an einer Delegationsreise des Deutschen Bundestages nach Taiwan teilgenommen. Dabei hat er unter anderem beim Deutsch-Taiwanesischen Umweltdialogforum in Taipeh über die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in Deutschland und Europa gesprochen.

Die Delegation wurde von der Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Bärbel Höhn (B 90/Grüne) angeführt. Weitere Teilnehmende waren u.a. Prof. Eicke Weber, geschäftsführender Direktor des Zentrum für Erneuerbare Energien der Universität Freiburg sowie der Berliner Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup (SPD).

Atomausstieg bis 2025

Im Mittelpunkt der Gespräche mit zahlreichen Politikern und Vertretern der taiwanesischen Wirtschaft stand die Frage, wie ein Ausstieg aus der Atomenergie und der Übergang auf erneuerbare Energien vollzogen werden kann. Taiwan will die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 halbieren, bis 2025 alle Atomreaktoren im Land abschalten und den Anteil erneuerbaren Stroms auf 20 Prozent erhöhen. Da das Land bisher fast vollständig von Öl, Kohle- und Gasimporten abhängig ist, ist dafür eine enorme Transformation der Energie-Infrastrukturen notwendig. Dabei kann die Solarenergie eine wichtige Rolle spielen.

Michael Geißler berichtete in seinem Vortrag über die Erfahrungen mit der Energiewende in Berlin. Er betonte, dass gebäudebezogene Maßnahme eine zentrale Rolle spielen – sowohl bei der Steigerung der Energieeffizienz als auch beim Aufbau dezentraler Erzeugungsstrukturen. Dabei stellte er auch verschiedene Dienstleistungsmodelle vor, um privates Kapital anzureizen und die Dynamik von Veränderungsprozessen zu erhöhen.